Diagnostik und Therapie | Rhythmologie für Kinder und angeborene Herzfehler

Ablationen bei Kindern

Tachykarde Herzrhythmusstörungen können nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern jeden Alters auftreten, auch bei ansonsten gesundem, normal angelegtem Herzen. Es finden sich alle Formen der im Erwachsenenalter bekannten Herzrhythmusstörungen, jedoch mit einem deutlich anderen Verteilungsmuster und anderer Prognose des Krankheitsverlaufes und des betroffenen Patienten.

Tachykardien können auch bei Kindern so beeinträchtigend sein, dass bereits in jungen Jahren eine Behandlung notwendig ist. Diese wird meist mit Antiarrhythmika initiiert, insbesondere, da im Kleinkindalter die Wahrscheinlichkeit für ein spontanes Sistieren der Tachykardien hoch ist (bis zu 80% im 1.-6. Lebensjahr). Bei manchen Fällen gelingt jedoch die medikamentöse antiarrhythmische Therapie nicht oder nicht ausreichend zuverlässig. Auch können nicht tolerable Nebenwirkungen auftreten oder eine akute oder mittelfristige zu erwartende Bedrohung der kardialen Funktion bestehen.

In diesen Fällen wird in hierauf spezialisierten Zentren ein interventioneller elektrophysiologischer Eingriff zur dauerhaften Behandlung der zugrunde liegenden Herzrhythmusstörung angeboten, welcher heute bereits in jedem Alter und bei jedem Körpergewicht unter sorgfältiger individueller Abwägung von Nutzen und Risiken durchgeführt werden kann.

Die Elektrophysiologie Bremen bietet, als eines der führenden europäischen Zentren für das Kindes- und Jugendalter, das gesamte Spektrum der invasiven interventionellen Therapie von tachykarden Herzrhythmusstörungen an. Zu unseren Leistungen gehört neben dieser kathetergestützten Behandlung von Kindern aus dem gesamten Bundesgebiet und Teilen Europas, die Beratung von betreuenden Kinderärzten und -kardiologen vor Ort bezüglich Diagnostik von Arrhythmien, deren Wertung und Einordnung sowie die Erarbeitung nicht-invasiver Therapievorschläge.

 

Ablauf stationärer Aufenthalt/Elektrophysiologische Untersuchung/Katheterablation

Zur elektrophysiologischen Untersuchung und Behandlung werden die jungen Patienten in der Regel am Vortag des geplanten Eingriffes zusammen mit einem Elternteil (oder Begleitperson) stationär im angegliederten Krankenhaus aufgenommen. Es erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung, eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, das Legen einer venösen Verweilkanüle (incl. Routine-Labor-Blutentnahme) sowie ein ausführliches Aufklärungsgespräch durch einen der behandelnden Ärzte.

Die jungen Patienten dürfen am Tag der Untersuchung von den Familienangehörigen (aus hygienischen Gründen auf max. 2 Personen begrenzt) in den Untersuchungsraum begleitet und nach dem Eingriff wieder abgeholt werden. Die Untersuchung wird in den allermeisten Fällen in einer flachen Narkose durchgeführt, besonders die jungen Patienten sind danach besonders schnell wieder wach und können nach Transport auf die Station bereits wieder essen und trinken. Für den verbleibenden Tag muss je nach Eingriffsart zwischen 4 und 12 Stunden Bettruhe eingehalten werden.

Am Folgetag der Untersuchung erfolgt eine erneute echokardiographische Untersuchung des Herzens sowie eine orientierende körperliche Untersuchung im Rahmen eines ausführlichen Entlassungsgespräches, in dem Verhaltensmassnahmen für die nächste 7 Tage besprochen werden und Fragen von Seiten der Patienten oder Angehörigen beantwortet werden können. Die weitere medizinische Nachkontrolle wird in die vertrauensvollen Hände der zuweisenden Kollegen gelegt, beim Auftreten von Problemen oder weiteren Fragestellungen findet ein direkter Kontakt zwischen den behandelnden Ärzten statt.

 

Ablationen bei Patienten mit Angeborenem Herzfehler

Bei Patienten mit angeborenem Herzfehler können neben den in den anderen Abschnitten aufgeführten Arrhythmien, abhängig vom zugrunde liegenden Herzfehler, weitere besondere Herzrhythmusstörungen auftreten, deren Diagnostik und Therapie mittels Ablation besonderer Erfahrung bedarf.

Nach Herzoperationen von Patienten mit angeborenem Herzfehler können weitere Herzrhythmusstörungen auftreten, die häufig auf Kreiserregungen (Reentry) um postoperative Narben zurückzuführen sind. Diese Arrhythmien können in der Regel nur mit aufwendigen Ablationen unter Zuhilfenahme dreidimensionaler Mappingsysteme behandelt werden.

Kinderbereich der Elektrophysiologie Bremen